Renate Busam
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Sat-asat: Zwischen SEIN und Nicht-SEIN: Einheitsfindung und Widerstand

 

Schwingendes Leben, Bewegung, Veränderung und das Absolute als „unbewegter Beweger“ sind untrennbar EINS.
Ersteres ist offen-sichtlich und eine unvermeidbare Gnade, sobald da ein Körper-Ich auftaucht.
Das Absolute Eine - obwohl Grundlage des Lebens - ist nicht so offensichtlich, und bleibt verborgen – da unser Wahrnehmungszentrum in der Regel das Ich ist.
Mit dem Körper-Ich als Wahrnehmungs- und Erlebniszentrum, verirren wir uns im Leben, in der Fülle des Aussenbezugs und seinem Angebot an Ersatzleben…
Sobald wir uns erinnern, was unsere wahre Natur ist, wir vielleicht in eine essenzielle Erfahrung dieser Natur fallen und sich schlagartig die Kraft der Wahrheit und Macht des Absoluten zeigt, wird deutlich:

Wirklich zu leben, heisst, beide Seiten der Medallie zu kennen, zu lieben und zu leben, also als beides zu SEIN: lebendige Bewegung, Geistmaterie und leere, reine, nicht definierte Un-bedingtheit des Absoluten.
Hat das Ich diesen Honig der Erinnerung - den Nektar des Göttlichen Urgrunds geleckt, geschieht Öffnung und die Angleichung der schöpferischen Bewegung des Bewusstseins, die durch das Körper-Ich wirkt, an das EINE EINE spontan.

Das bedeutet auf den Ich-Körperebenen (der Ich-Person, den feinstofflichen Körpern und dem physischen), mit einem permanenten Prozess der Einheitsfindung konfrontiert zu sein, bis die öberflächliche Entgegensetzung von Einheit/Leere und Fülle/Vielheit, Gott – Mensch, Geist-Materie, sich auflöst durch die permanente Verankerung des Wahrnehmungsfocus im Absolut-SEIENDEN (sat).
Im Grunde nähert sich alles, was Nicht-Selbst ist, dem SELBST an – das gilt für karmische Muster, für Konzepte und sogar für die Eigendynamiken in der Struktur unserer Körperhüllen.
Die bisherige Bedeutung der Lebensinhalte, der Lebensgeschichte und die des Alltags verändert ihr Gewicht und das Ich-Bewusstsein begreift den unbedeutenden, illusionären Charakter der Formenvielfalt und erkennt die Gnade, „leer“ zu SEIN, dh., nicht definiert durch Person, Geschichte oder Konzepte.
Unser gesamtes System beginnt, im Göttlichen zu verharren und dennoch als Leben frei zu schwingen.
Innerhalb dieser Dynamiken der inneren Einheitsfindung tritt im Ich auch das Nein auf, die Abwehr von lebendigen SEIN als ungetrennt von allem, was IST.
Bisher Abgespaltenes, auf die Einzigartigkeit des Ichs als „Macher“ des Lebens Bezogenes will nicht sterben (eingefrorener Schmerz, Gier, Angst, Lustprinzip, Konkurrenzmechanismen, Überlebensstrategien, Kontrolle…)…
Das NEIN in uns erscheint als Widerstand, als Unfriede mit dem, was grade IST – und
- das hilflose Ich erscheint: nicht können - nicht wollen, Abwehr der schöpferischen Formen unseres Lebens, so wie sie sich im Moment zeigen.
Im Widerstand sein heisst, nicht wirklich geöffnet zu sein, für das, was der Moment an Potential bietet.
Im Widerstand sein heisst, auf der Ichebene hilflos zu sein und allem überdrüssig, im Hader sein mit …
Im Widerstand sein, heisst handlungsblockiert zu sein, selbst dann, wenn Handlungsimpulse aus dem tiefen Herzen kommen.
Im Widerstand sein heisst, die Kraft der Einheit und die göttliche Gnade nicht fühlen zu können, die hinter allen Bewegungen unseres Lebens steht.
Im Widerstand sein heisst, nicht wirklich zu vertrauen, dass da mehr ist als das, was offen-sichtlich und vom ICH definiert ist …
Auf der Ichebene erscheinen dann Gefühle wie: Druck, Ärger, Unlust, Unglücklich-sein, latente Unruhe, Unklarheit, sich unwert fühlen, Versagensängste, Ersatzleben, also eine latente Abwehr der Lebenssituation und des Lebens überhaupt.
(Wir alle kennen solche Situationen: z.b. Eine Beziehung klären zu wollen und nicht wirklich können -, sich um ein Arbeitsangebot zu bemühen und nichts passiert, oder um eine fruchtbarere innere Haltung kämpfen zu müssen …)

Das “Ja„ des Körper-Ich zum oft schmerzhaften und auslaugenden Hin und Her der Einheitsfindung im Inneren ist das Freigeben des Ichwillens und das „JA„ zur universellen Schöpferkraft der Weisheit, die aus der inneren Mitte kommt.
Sie ist Ausdruck der inneren Einheit als Einheit von allem, was in diesem Moment IST.

Sie birgt das Un-geborene
- sie birgt die Freude da zu sein, wo ich in diesem Augenblick bin und die Freude, das zu sein, was „Ich BIN„
- sie setzt das Leuchtende frei in uns …

Schlüssel der Einheitsfindung:
diese Bewegung der Einheitsfindung wird leichter, wenn das Körper-Ich folgende Haltungen „übt„:
* Barmherzig sein mit dem, was ist – liebevoll auf “mein“ sich lebendes Leben sehen
– egal, ob dieses „meinem Ich“ grad gefällt oder nicht
* Leben zulassen, den Dingen Raum geben, Un-Vollkommenes erlauben ...
* Abstand halten und Gleichmut üben: keine Identifikation mit dem, was grade im aussen oder innen Thema ist (Beziehungsklärung, Arbeitswechsel etc.)
* Auf der Ichebene keine Aktien darin haben, wie etwas werden soll oder sein sollte (darum kümmert sich das Einheitsprinzip der inneren Mitte)
* Im Gewahrsein die Kraft des Absoluten freisetzen in den Lebensformen, die grade aktuell sind: an-erkennen was IST - im wissenden Blick.
Aus dem inneren Zentrum/dem Zeugen) als Blickwinkel ist ein Konflikt niemals Konflikt, sondern Wege der Einheit, sich selbst zu erfahren ...
… und Formen des Widerstands sind nicht “negativ„ oder schwierig, sie sind Teil der Gesetzmässigkeiten, die zu den Dynamiken von Leben und Sein, von Einheit und Vielheit, von Ich-Tod und Selbstgewahrsein gehören ...