Renate Busam
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Projektion und Manifestation

 

Projektion (rajas) ist ein zentraler Mechanismus des Bewusstseins, durch den sich Welt als maya – als Illusion erschafft. Alle Projektionen sind ihrem Wesen nach allein Widerspiegelung des Absoluten, des immer gleichen Einen.
Projizieren: aussenden – hinausschicken, überblenden – überlagern. Projektion ist ein grund-legender, nicht-intentionaler, spontaner Mechanismus des sich manifestierenden Bewusstseins.
Projektionen finden sich daher auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus und Schöpfungsebenen. Sie dienen dazu, die Vielfalt und Kreativität des Bewusstseins zu erfahren und in allen Erfahrungen potentiell das Ewig Immergleiche als Ur-Grund allen Seins zu ent-decken.
Die Komplexität der Projektion als Schöpfungsmechanismus der erscheinenden Welt (maya) wollen wir etwas näher aufschlüsseln, also
Wer projiziert………………………………………wohin?

  • Auf der abstraktesten Ebene zunächst Isvara, die universelle Schöpfungs - und Samenebene – sie projiziert gesetzmäßig.
  • Was entsteht: das Lila (kosmisches Spiel), die universelle Schöpfung (rajas = Projektion als Bewegung der universellen Ebene des Bewusstseins, als universelles Gesetz) – es entstehen Multiversen…
  • Das Seelenbewusstsein (jivan), in Licht- Körpersprache: die kausale Körperebene (=Anandamayakosa)/Schöpfungskerne der„Matrix“)


Was entsteht: die grob-und feinstofflichen Körper des erscheinenden Individuums und die sie tragenden Bewusstseinsflächen, die das „Ich Bewusstsein“ausformen.

  • Das Ich, der Mind als Teil der inneren Mitte des Körper-Geist-Systems projiziert – es entsteht: „mein„ Leben „meine“ Welt, der andere, das außen - alles so, wie es dem Ich! erscheint.
  • Teile des „Ich“/Teile der Körper projizieren sich und finden sich wieder als „ Gefühl“, als Handlungsimpuls:

a) z.B. sexuelle Energie projiziert sich ins Aussen, zum Anderen als Begehren - der andere „fällt“ im Bewusstsein des Ich aus der Einheit und wird zum Objekt.
b) z.B. Gefühle (immer“ innen„!): wie Zorn, Liebe projizieren sich nach Außen, zum Anderen – der andere erscheint als Verursacher - hat „schuld“ an meinem Zorn, meiner Liebe etc.

Über die Notwendigkeit von Projektionen:
Da sie Teil der Bewegung des schöpferischen Bewusstseins sind, sind sie unumgänglich und spontan; nur so können Dualität (ich und du) und Vielfalt erschienen; Projektionen der Ichebene sind Teil der Schöpferkraft, Teil der re-aktiven, nicht bewussten! automatischen Mechanismen des Mind. Das Nicht - Bewusste macht die „Blindheit“ und Ein-seitigkeit von Projektionen aus (mein Ich versteht nicht, wieso der andere sauer ist etc…).
Die projektive Energie muss sich ausdrücken, Dinge passieren einfach, “es geschieht“. So wird Veränderung möglich und das Auf– und Abtauchen schöpferischer Formenvielfalt auch in unserem Wahr-nehmungs– und Beziehungssystem.

Projektionen auf der Ich-ebene
Sie sind häufig Ichfallen, die uns dazu verleiten, uns im Un-wirklichen, in der Ichillusion und seinen Belangen, im persönlichen, ausschließlich ich-bezogenen Leben zu verlieren. So wird Lebensenergie fehlgeleitet, denn Projektionen halten uns davon ab, unser eigentliches Wesen – das Eine Absolute im Blick zu halten, Leben zu transzendieren in den vielen Formen; sie halten uns davon ab, zu verharren, zu SEIN, was wir sind, formlose Einheit.

Da wir auf der Ichebene selbst Ergebnis von universellen Projektionen sind (oder anders ausgedrückt – das Ich kann überhaupt nur erscheinen als Projektionsfläche der universellen Bewusstseinsformen), verhilft es zu einem harmonischeren Leben, wenn wir die Projektionen auf der Ichebene verlassen können.
Die Projektionen des Ichs lösen sich in dem Mase auf, wie sich das Ich in der Ausrichtung auf das Absolute auflöst. Leben entfaltet sich dann frei schwingend – ohne die Widerstände der Ichebene - durch uns hindurch. Dies geschieht immer dann, wenn wir in Hingabe sind an den Schöpfer (die Isvara – Samenebene in uns) und den individuellen Ichsinn aufgeben (ich lasse los, an-erkenne, was ist … übe Gleichmut etc.)

Wie erkenne ich eine Projektion auf der Ichebene:
- etwas beschäftigt mich gedanklich non-stop - die ganze latente Energie fließt dahin, starke Gefühle (polares Erleben: Anziehung oder Abstoßung), innere Unruhe, in Abhängigkeit sein von…, Sucht nach Drama, innerlicher und äußerlicher Kampf – letztendlich die Verhinderung von Glück!
Was ist der Treibstoff von Projektionen auf der Ichebene:
Mangelbewusstsein, bewusst oder unbewusst, auf der Ichebene oder im Körper-Geist-System (es will sich etwas angleichen, ausgleichen, bemerkbar machen oder sich verstecken im anderen/im Außen) - da ist Unvollkommenheit, die sich vervollkommnen will, unbewusste Angst, Schmerz, Selbst-hass, Gewalt, die sich erlösen oder verschleiern will…

Wie kann das Ich aus einer Projektion heraustreten:

  • Wir müssen die Ichebene, den Ich-bezug verlassen und damit den Mind (Gedankenspiralen aufgeben: warum hat er – wieso ist sie – ja aber sie hat doch??) - das Ich zu verlassen bedeutet, die Tiefenstruktur der Projektion zu ent-decken (wer ist es, der Angst empfindet…)
  • Es ist nötig, das Ich und sein Thema (durch Meditation oder Selbsterforschung z.B.) im Einheits- Wissen zu verankern!
  • Projektiver Angst-Wut-Schmerz kann nicht auf der Ichebene und vom Ich erlöst werden -

das Ich muss loslassen!! und sich in der Einheit des Absoluten (der inneren Mitte, im Herz) verankern – dann lernt es, zu verstehen, kann aus der Verstrickung gehen und Zeuge sein, beobachten.
Mit der Zeit lernt das Ich als Einheits-Ich, d.h. in beständiger Ausrichtung auf das Nicht-Ich, auf das Ewig-Seiende zu schwingen, d.h., es löst sich im Zeugen, im Beobachten auf.
Das Ich wird so nicht mehr durch die sich projizierende Energie überflutet, es kann seine Re-aktion neutralisieren und die Klärung von projektiven Ebenen den buddhi (Weisheit des Seelenbewusstseins) überlassen. So entspannt sich die projektive Energie.

Hilfsfragen, wenn das Ich in der Projektionsfalle sitzt:
1.Worum geht es wirklich
2.wofür steht der andere
3.welchen Vorteil verschafft die Projektion (Verhalten/Wollen) dem Ich
4.was wird dadurch verhindert/erreicht
5.was hindert mich EINS zu sein mit…
6.wer Ist?


Das Grundprinzip dabei ist die Ablösung der Energie vom Außenbezug:

alles, was ich fühle, ist in mir – der andere ist ein Energiemuster in mir,
für das, was ich fühle bin allein Ich verantwortlich – nichts und niemand ist im außen!
ich gehe zu niemanden hin in Gedanken – ich bleibe bei und in mir…
ich lege die „mich“ begrenzende Energie Isvara, dem Einen Schöpfer zu Füssen (dann aus der universellen Ebene des kreativen Bewusstseins entsteht sie letztendlich) und lasse los.